Immer mehr Menschen ab 65 entdecken soziale Netzwerke für sich. Was früher vor allem Jüngeren vorbehalten schien, gehört heute auch für viele Seniorinnen und Senioren zum Alltag. Doch wer online aktiv ist, ist auch digitalen Risiken ausgesetzt – und genau diese werden häufig unterschätzt.
Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage nutzen inzwischen 44 Prozent der über 65-Jährigen soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder X. Vor fünf Jahren waren es erst 15 Prozent. Besonders aktiv zeigt sich die Gruppe der 65- bis 69-Jährigen: Zwei Drittel sind dort unterwegs. Ab 75 Jahren sinkt die Nutzung deutlich – dennoch bleibt die digitale Vernetzung für viele Ältere ein wichtiges Instrument, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, sich zu informieren oder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Mit der wachsenden Nutzung steigen jedoch auch die Gefahren. Phishing-Nachrichten, Fake-Gewinnspiele, Identitätsdiebstahl oder betrügerische Kontaktanfragen treffen längst nicht mehr nur junge Internetnutzer. Gerade ältere Menschen gelten für Kriminelle häufig als besonders attraktive Zielgruppe. Hinzu kommt: Viele unterschätzen ihr persönliches Risiko. Wer soziale Medien nur „zum Lesen“ nutzt, fühlt sich oft sicher – übersieht aber, dass bereits geteilte Informationen, öffentliche Profildaten oder unbedachte Klicks ausreichen können, um Schaden anzurichten.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Digitale Risiken werden oft nicht als solche wahrgenommen. Während klassische Gefahren wie Einbruch oder Haftpflichtschäden selbstverständlich abgesichert werden, denken viele bei Social-Media-Nutzung nicht an mögliche finanzielle Folgen. Dabei können kompromittierte Accounts, missbrauchte Fotos oder betrügerische Transaktionen schnell spürbare Auswirkungen haben.
Die digitale Teilhabe älterer Menschen ist ein positives Signal für gesellschaftliche Vernetzung und Lebensqualität. Gleichzeitig zeigt der Trend: Mit wachsender Online-Präsenz wächst auch der Bedarf an Aufmerksamkeit, Aufklärung und einem bewussten Umgang mit persönlichen Daten. Denn Sicherheit endet nicht an der Wohnungstür – sie beginnt heute oft im eigenen Profil.


